| Landes-ARGE-Leiter/innen Deutsch AHS |
Resolution
Teilung der Deutschklassen als pädagogische Notwendigkeit
Die adäquate Beherrschung der deutschen Sprache ist die Voraussetzung für das Erfassen von Lerninhalten in allen Unterrichtsfächern.Textverständnis, Kommunikationsfähigkeit, das Verstehen komplexer Zusammenhänge und deren mündliche und sprachliche Darstellung sowie die Fähigkeit zur Reflexion und Präsentation gelten als wesentliche Faktoren, sich zu einem mündigen Menschen zu entwickeln.
Diesem Umstand wird in Hinkunft in den österreichischen Schulen nicht ausreichend Rechnung getragen, wenn – bis auf wenige Ausnahmen – die Klassen im Fach Deutsch nicht, wie zum Beispiel in den Fremdsprachen, geteilt werden, sondern weiterhin in Gruppen bis zu 36 SchülerInnen unterrichtet wird. Trotz der gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnis, dass in Großgruppen die individuelle Förderung von SchülerInnen unmöglich ist, findet die jahrelange Forderung nach Klassenteilungen im Fach Deutsch keine Resonanz im Bildungsministerium.
Alle gut gemeinten Versuche, die Qualität des Deutschunterrichts zu verbessern, sind nicht von Erfolg gekrönt, wenn weiterhin Großgruppen von teilweise weit über 30 Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden müssen.
Die Lesekompetenz in allen Facetten wird als Schlüssel für alle Arbeitsbereiche gesehen. Dabei wird nicht nur mehr allein lineares Lesen, sondern auch das gesamte Spektrum des multimedialen Lesens gefordert sein. Um dies in entsprechender Qualität im Unterricht leisten zu können, muss in kleinen Gruppen gelernt werden.
Über die Lehrpläne hinaus wird der mündlichen und schriftlichen Kommunikation große Bedeutung zugemessen. Die Schule im Allgemeinen, der Deutschunterricht aber im Besonderen muss hier als "Kommunikationslabor" Dienste leisten.
Die "dialogische Kommunikation" soll im Deutschunterricht im Mittelpunkt stehen, und diese kann nur dann gelingen, wenn die Zahl der Schülerinnen und Schüler das Ausmaß von 25 nicht überschreitet.
In vielen Teilen Österreichs nimmt die Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit nicht-deutscher Muttersprache zu. Gerade diese Schülerinnen und Schüler benötigen individuelle Betreuungs- und Unterrichtsformen. Ungeteilte Klassen mit 30 und mehr Schülerinnen und Schüler verhindern dies.
Die Landes-ARGE-Leiter/innen Deutsch
Bundesleitungskonferenz, Wien, 17. Oktober 2005Mag. Martina Frick (Tirol), Mag. Ernestine Hemmer (Burgenland), Mag. Anna Lasselsberger (Wien), Mag. Gerald Rainer (Oberösterreich), Mag. Thomas Rothmund (Vorarlberg), Dr. Karl Schimpl (Salzburg), Mag. Herbert Staud (Wien), Mag. Josef Willinger (Niederösterreich), Mag.Edith Zeitlinger (Kärnten)
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| agn.pi-noe.ac.at | 14. 12. 2005 |